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Drum and Bass Radio: Schnelle Breaks und tiefer Bass im Stream

Drum and Bass Radio: Schnelle Breaks und tiefer Bass im Stream

Drum and Bass ist die Formel-1 unter den elektronischen Genres: 160 bis 180 BPM, zerhackte Breakbeats, Bass, der durch die Wände geht. Wer einmal in den Flow kommt, bleibt hängen.

Bastian Jobst Bastian Jobst · Veröffentlicht 05.07.2026 · Stand Juli 2026

Drum and Bass – kurz D&B – ist nichts für Zauderer. Das Genre ballert mit 160 bis 180 BPM durch die Boxen, zerlegt Breakbeats in ihre Einzelteile und packt Sub-Bass drunter, der im Brustkorb vibriert. Entstanden Anfang der 90er in den UK-Raves, hat sich D&B von seinen Jungle-Wurzeln zu einem globalen Phänomen entwickelt. Die Energie, die jeder Track mitbringt – egal ob beim Joggen oder nachts auf der Autobahn – ist einfach da.

Von Jungle zu Drum and Bass: Die UK-Wurzeln

Ursprünglich hieß das Genre Jungle. In den frühen 90ern sampelten Produzenten in London und Bristol Amen-Breaks, beschleunigten sie radikal und legten Reggae-Basslines darunter. Goldie brachte 1995 mit Timeless das erste D&B-Album raus, das auch außerhalb der Clubs ernst genommen wurde. LTJ Bukem prägte parallel dazu den atmosphärischen, jazzigen Sound, der später als Liquid D&B bekannt wurde.

Mitte der 90er setzte sich der Begriff Drum and Bass durch. Teilweise, um sich vom Jungle-Image zu distanzieren. Teilweise weil neue Subgenres entstanden.

Der Unterschied zu Breakbeat? Breakbeat bleibt meist unter 140 BPM und nutzt oft Funk- oder Hip-Hop-Samples. D&B ist schneller, komprimierter, fokussierter auf den Bass. Dubstep wiederum liegt bei halber Geschwindigkeit (um 140 BPM) und setzt auf Wobble-Bass statt durchlaufende Breaks.

Subgenres: Liquid, Neurofunk, Jump Up

Liquid D&B ist die melodische Seite: warme Pads, Soul-Vocals, Jazzelemente. Calibre und High Contrast sind hier die Namen, die du kennen solltest. Gut für konzentriertes Arbeiten oder Autofahrten, bei denen du nicht komplett durchdrehen willst.

Neurofunk geht in die andere Richtung – düster, technoid, futuristisch. Noisia aus den Niederlanden haben das Genre in den 2000ern definiert. Ihre Basslines klingen wie Maschinen, die miteinander kämpfen. Black Sun Empire und Phace bewegen sich im selben Spektrum. Das ist Musik fürs Gym oder Gaming-Sessions, bei denen du in den Tunnel-Modus willst.

Jump Up ist der Party-Bruder: eingängige Basslines, oft mit Wobbles, die an Dubstep erinnern, aber deutlich schneller. DJ Hazard und Macky Gee liefern Tracks, die in jedem Club funktionieren. Weniger komplex, dafür maximal tanzbar.

Daneben gibt es noch Techstep (minimalistisch, hart), Darkstep (industrial, aggressiv) und Intelligent D&B (experimentell, oft instrumental). Die Szene ist riesig.

Artists, die du kennen solltest

Roni Size gewann 1997 den Mercury Prize mit New Forms. Ein Album, das D&B ins Mainstream-Bewusstsein katapultierte. Andy C ist der DJ-König des Genres, bekannt für seine Double-Drop-Mixe. Pendulum brachten Live-Instrumente und Rock-Einflüsse rein, was nicht jeder D&B-Purist feierte, aber kommerziell funktionierte.

Netsky aus Belgien steht für modernen Liquid-Sound mit Pop-Appeal. Dimension verbindet Jump Up mit Mainstage-Energie. Wenn du tiefer einsteigen willst, hör dir die Mixe von Fabio & Grooverider an. Die beiden prägen die Szene seit den Anfangstagen.

Wo du D&B online hörst

Viele Dance- und Techno-Sender spielen D&B in Spezial-Shows oder Late-Night-Slots. Reine D&B-Streams findest du bei Nischen-Sendern, die sich auf UK-Bass-Musik spezialisiert haben. Achte auf Programme, die "Jungle Classics", "Liquid Sessions" oder "Neurofunk" im Titel tragen.

Plattformen wie Bassdrive (US-basiert, aber global) oder Kool London (UK) senden 24/7 D&B. NTS Radio aus London hat regelmäßige D&B-Shows von Szene-Größen. Auch Rinse FM spielt viel UK-Bass, inklusive D&B.

Hörsituationen: Wann D&B passt

Workout: Die konstanten 170 BPM sind ideal fürs Laufen oder HIIT-Training. Dein Puls synchronisiert sich mit dem Beat.

Gaming: Besonders bei schnellen Shootern oder Rennspielen schafft D&B den richtigen Flow. Neurofunk pusht die Konzentration.

Nächtliches Fahren: Liquid D&B hält dich wach, ohne zu stressen. Die Basslines geben Struktur, die Melodien halten die Stimmung.

Coding/kreative Arbeit: Viele Entwickler schwören auf D&B – keine Lyrics, die ablenken, aber genug Energie, um im Tunnel zu bleiben.

Für Partys funktioniert Jump Up am besten. Neurofunk kann schnell zu intensiv werden, wenn die Crowd nicht vorbereitet ist.

D&B vs. Dubstep: Der Unterschied

Beide Genres kommen aus der UK-Bass-Tradition. Dubstep liegt bei 140 BPM (halbes Tempo), setzt auf Synkopen und Wobble-Bass. D&B ist durchgehend schnell, die Breaks sind komplexer. Skrillex ist Dubstep, Noisia ist D&B – auch wenn beide Bass-lastig sind. Wer beide Genres mag, findet oft bei Hybrid Minds oder Wilkinson Überschneidungen.

Die Szene heute

D&B ist global. Von Hospitality Records (UK-Label für Liquid) bis RAM Records (Jump Up/Neurofunk) – die Label-Kultur ist stark. Festivals wie Let It Roll (Tschechien) oder Rampage (Belgien) ziehen zehntausende Fans. In Deutschland läuft D&B vor allem in Berlin, Hamburg, Köln.

Die Produktionsstandards sind extrem hoch. Ein moderner D&B-Track hat oft hunderte Layers, der Mix ist chirurgisch präzise. Das macht das Genre auch für Produzenten spannend. Die Lernkurve ist steil.

Wenn du neu einsteigst: Start mit Liquid, dann Jump Up, dann Neurofunk. So gewöhnst du dich ans Tempo, ohne direkt erschlagen zu werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Jungle und Drum and Bass?
Jungle ist der Vorläufer von D&B aus den frühen 90ern, oft mit Reggae-Samples und Ragga-Vocals. Drum and Bass entwickelte sich daraus, wurde technisch ausgefeilter und umfasst heute viele Subgenres. Manche nutzen die Begriffe synonym, andere sehen Jungle als eigenes Subgenre.
Welche BPM hat Drum and Bass?
D&B liegt typischerweise zwischen 160 und 180 BPM, meist um 174 BPM. Das ist deutlich schneller als House (120-130 BPM) oder Dubstep (140 BPM). Die hohe Geschwindigkeit entsteht durch die zerhackten Breakbeats.
Ist Drum and Bass gut zum Trainieren?
Ja, besonders für Cardio und HIIT. Die konstanten 170 BPM liegen im optimalen Bereich für Laufen oder intensive Intervalle. Neurofunk pusht die Intensität, Liquid D&B funktioniert für längere Ausdauer-Sessions.
Wo finde ich reine D&B-Sender?
Bassdrive, Kool London und Rinse FM senden regelmäßig D&B. Viele Dance- und Techno-Sender haben auch D&B-Slots, meist abends oder nachts. NTS Radio bietet Spezial-Shows von bekannten DJs.
Welche Artists sollte ich als D&B-Einsteiger hören?
Start mit Goldie (Klassiker), High Contrast (Liquid), Noisia (Neurofunk) und Macky Gee (Jump Up). Andy C für DJ-Mixe, Netsky für modernen Sound. So deckst du die wichtigsten Subgenres ab.
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